Foto: (rie)

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Stadtgrößen in Erinnerung rufen

11. Februar 2018

Gästeführerinnen Almuth Quehl und Hanna Tamke stellen Persönlichkeiten vor, die Visselhövede geprägt haben 

„Hier gab es so viele Menschen, die etwas bewegt haben, auch über die Grenzen Visselhövedes hinaus.“ Hanna Tamke und Almuth Quehl waren sich sofort einig, dass sie das Thema zum Weltgästeführertag „Menschen, die Geschichte schrieben“ in Visselhövede umsetzen wollen. „Geschichte fand nicht nur überregional statt, auch was vor Ort war, war so spannend“, sagt Almuth Quehl. Und dies wollen die beiden Gästeführerinnen Interessierten bekannt machen und präsentieren am Sonnabend, 24. Februar, spannende Biographien großer Einwohner der Kleinstadt. Los geht es um 15 Uhr an der St.-Johannis-Kirche. Die Teilnahme an dem rund eineinhalbstündigen Rundgang ist kostenlos, gebeten wird aber um Spenden, die dem Bürgerbusverein und der Orgel der Kirche zugutekommen.

Unter dem Titel „Visselhöveder Persönlichkeiten und ihr Wirken“ rufen Hanna Tamke und Almuth Quehl das Wirken von sechs Menschen in Erinnerung, die auch über Visselhövede hinaus Spuren hinterlassen haben. Dazu zählen Geschichtsforscher Anton Christian Wedekind, Pastor und Schriftsteller Heinrich Pape sowie Schriftsteller Heinrich Hüner, der sich unter anderem durch den Roman „Die Gilkenheide“ einen Namen gemacht hat. Vorstellt wird auch Martin Alexander, der von 1872 bis 1878 Bürgermeister war. „Ab 1871 war es Juden in Preußen erlaubt, Bürgermeister zu werden und so war er unseren Recherchen nach der erste jüdische Bürgermeister“, so Almuth Quehl. Alexander habe auch dazu beigetragen, dass Visselhövede eine Sparkasse bekam.

Mit Heinrich Porrath wird auch an einen starken Gegner der Nationalsozialisten erinnert. Der Sozialdemokrat war unter anderem für die Organisation einer Großdemonstration in Visselhövede gegen das spätere NS-Regime verantwortlich. 1930 sollen rund 3000 Menschen, unter anderem mit Sonderzügen aus Bremen und Hamburg angereist, dabei gewesen sein.

Nicht vergessen wird auch „unsere Hebamme“ Schwester Emmy Krüger. „Sie hat in den 40er- bis 60er-Jahren fast alle Kinder geholt, rund 5000“, so Hanna Tamke. Die höchste Zahl in einem Jahr sei 197 gewesen. „Nach ihr gab es hier keine freiberufliche Hebamme mehr“, weiß die Gästeführerin.

„Wir haben ganz viele Leute nicht bedacht, zum Beispiel die Unternehmensgründer“, so Hanna Tamke. Somit halten die beiden Damen, die der Arbeitsgemeinschaft Gästeführungen im Landkreis Rotenburg angehören, eine Fortsetzung mit weiteren Visselhöveder Berühmheiten für möglich.

(rie)

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