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Hilfe für jugendliche Suchtkranke

13. Mai 2018

Silke Meyer und Torben Faber bieten Erfahrungsaustausch in der Selbsthilfegruppe „Mehr Leben“

Eine Drogensucht bringt für den Abhängigen viele Probleme mit sich. Die Soltauerin Silke Meyer hat diese Erfahrungen selbst gemacht und vor rund vier Jahren in der Böhmestadt die Selbsthilfegruppe „Mehr Leben“ gegründet, um Menschen mit Suchtproblemen eine Starthilfe in ein selbstbestimmtes, „cleanes“ Leben zu geben. „Es gab Menschen, die mich nicht haben fallen lassen und von diesen Erfahrungen möchte ich etwas zurückgeben“, so ihre Beweggründe zum Aufbau der Gruppe, die dem Freundeskreis für Suchtkrankenhilfen in Niedersachsen angeschlossen ist. Ursprünglich für Erwachsene gedacht, hat sich das Angebot mittlerweile auch für Jugendliche geöffnet. Jetzt möchte Silke Meyer auch in Walsrode eine Gruppe für Suchtkranke im Alter von 14 bis 25 Jahren aufbauen, die sich erstmals am Donnerstag, 24. Mai, trifft.

„Selbstverständlich können aber auch Jüngere oder Ältere kommen“, betont Silke Meyer. Sie wird mit ihrem Stellvertreter Torben Faber das Angebot betreuen. „Wir wissen wovon wir sprechen“, gehörten beide in der Vergangenheit zu den Betroffenen. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man schwer wahrhaben will, dass man suchtkrank ist. Es ist halt toll, man hat Spaß, kann immer Party machen und sich ausprobieren“, erinnert sich Torben Faber. Beiden ist es eine Herzensangelegenheit, Suchtkranke zu unterstützen, sie von ihrer Abhängigkeit zu lösen. Sie wollen dazu beitragen, dass auch Menschen, die frisch aus der Entgiftung oder Therapie kommen, wieder ein gefestigtes und zufriedenes Leben erlangen. Dabei möchte „Mehr Leben“ dazu ermutigen, neue Kontakte zu knüpfen und auch bei Problemen, wie Behördengänge oder Wohnungssuche, unterstützen.

In der Gruppe, die höchstens 14 Personen umfassen soll – „Dann reicht es, sonst kann man nicht mehr auf jeden eingehen“ – wollen Silke Meyer und Torben Faber den Teilnehmern klar machen, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine stehen. Sie sollen Erfahrungen austauschen und gegenseitig helfen. Auch die Angehörigen sollen angesprochen werden, da sie der Suchtthematik oft hilflos gegenüberstehen. Für die Angehörigen bietet Silke Meyer auch speziell die Selbsthilfegruppe „Nicht allein“ an, die sich jeden Dienstag ab 18 Uhr in Soltau, Bahnhofstraße 15, trifft.

Silke Meyer hat mittlerweile vier Gruppenleiterlehrgänge besucht, bildet sich zurzeit mit Torben Faber zum Suchtkrankenhelfer fort. Danach will sich die Soltauerin auch zur Suchtberaterin weiterbilden. Für eine erste Kontaktaufnahme ist sie unter Telefon (0151) 20270437 zu erreichen. „Wenn sich jemand entschließt, anzurufen, dann brennt es schon. Deshalb ist es wichtig, dass er nicht nur einen Anrufbeantworter erreicht“, ist sie für Betroffene jederzeit erreichbar. Für ihren Stellvertreter Torben Faber, Ruf (0151) 57678392, gilt dies aus beruflichen Gründen „erst“ ab 19 Uhr.

Für die Treffen in Walsrode, die ab 24. Mai jeden Donnerstag ab 19 Uhr in den Räumlichkeiten der AWO Trialog Sozialpsychiatrische Dienste gGmbH, Ernst-August-Straße 9, stattfinden, ist eine Anmeldung nicht notwendig. Die Teilnahme ist kostenlos. Besonders betonen Silke Meyer und Torben Faber, die auch für Einzelgespräche zur Verfügung stehen, dass sie der Schweigepflicht unterliegen. „Gesprächsinhalte werden absolut vertraulich behandelt.“ Dies gelte auch gegenüber den Eltern, wenn es der Betroffene wünscht.

(rie)

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