Foto: red

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Bis zu 2000 Höhenmeter täglich

Die beiden Radler Carsten Wittkopf und Thomas Rynas erfuhren mit dem E-Bike Kolumbien 

Die beiden passionierten Reiseradler Carsten Wittkopf und Thomas Rynas besuchten schon viele Länder. Dieses Mal zog es sie nach Kolumbien. Einen Einblick in ihre Tour geben sie mit ihrem Reisebericht in ein Land, das vor allem mit Drogen, Gewalt, Entführungen und Bürgerkrieg in Verbindung gebracht wird:

„Das Land hat sich jedoch gewaltig verändert. Angst braucht man nicht mehr zu haben, eine gewisse Umsichtig ist natürlich angebracht. Auch das Morden der Drogenkartelle ist nicht vorbei, es geschieht im Verborgenen. Die Problematik für eine Radreise ist eine ganz andere. Kolumbien ist extrem gebirgig und auch für einen sportlichen Fahrer kaum zu bewältigen. 1500 bis 2000 Höhenmeter sind jeden Tag Programm. Für uns zuviel. Daher war die Entscheidung, ein E-Bike einzusetzen, schnell gefallen. Die Belohnung bekommen wir unterwegs. Kolumbien bietet eine unbeschreiblich schöne Flora und Fauna, eine beeindruckende Gebirgswelt, ständig wechselnde Klimazonen und natürlich lebensfrohe und freundliche Menschen.

Wir starten in Bogotà. Schon die erste Etappe ist beeindruckend. Mit leichten Kopfschmerzen aufgrund der 2600 Meter Höhe starten wir und fahren bergauf, bergab bei Temperaturen von 17 Grad in der Höhe bis 35 Grad im Tal. Nach 75 Kilometern brauchen wir eine Erfrischung. In dem kleinen Ort Villeta suchen wir uns ein Zimmer und erleben am Abend das lebendige und laute Treiben der Bevölkerung.

In den nächsten Tagen geht es rauf und runter, teilweise entlang am Rio Magdalena. Zwischendurch besichtigen wir die berüchtigte Hacienda von Pablo Escobar, der hier seine Machtzentrale hatte. Heute findet man hier neben den vielen Hippos einen Vergnügungspark. Das Museum in Gedenken an die Opfer fällt dagegen recht bescheiden aus. Die Kolumbianer sind da recht entspannt.

Weiter geht es über unglaublich viele Berge nach Medellin. Die Stadt wurde 1675 von Juden und Basken gegründet, in der Hoffnung, endlich in Freiheit leben zu können. Die Erwartungen wurden erfüllt, denn die Stadt liegt inmitten von Bergen und ist auf dem Landweg nur schwerlich zu erreichen, was wir bestätigen können. Heute ist Medellin die zweitgrößte Stadt Kolumbiens und hat dank einer guten Stadtplanung eine unglaubliche Entwicklung hingelegt. Von der einst gefährlichsten Stadt der Welt mit einer Mordrate von über 6000 Toten pro Jahr ist hier nichts mehr zu spüren. Der Tourismus entwickelt sich – 700.000 Gäste konnte Medellin im Jahr 2017 begrüßen, die meisten davon allerdings noch aus dem eigenen Land. Unser persönlich schönstes Erlebnis in Medellin war zweifellos die Führung durch einen der größten Fruchtmärkte der Stadt. Hier konnten wir die Vielfalt der uns zum größten Teil unbekannten tropischen Früchte erschmecken.

Wir radelten weiter nach Salento. In diesem kleinen Ort im Herzen des Kaffeedreiecks Kolumbiens blüht ebenfalls der Tourismus. Das pittoreske Städtchen ist übervoll mit Shops für Mitbringsel aller Art, Restaurants konkurrieren um Gäste und auf der zentralen Placa warten Jeep-Willys auf Gäste für Touren in den Naturschutzpark Los Nevados. Hier wachsen neben den „besten Kaffeebohnen der Welt“ auch die einzigartigen Wachspalmen, die eine Höhe von 60 Metern erreichen können. Vulkane reichen bis über 5000 Meter in den Himmel.

Wieder zurück in Bogotà haben wir einige Tage Zeit, uns die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Positiv überrascht sind wir vom Radwegenetz in der Hauptstadt, was als eines der besten Lateinamerikas gilt. Sehenswert ist natürlich auch das Goldmuseum mit zahllosen Artefakten aus der prekolumbianischen Zeit, das meiste davon aus purem Gold und von unvorstellbarem Wert. Sehenswert ist auch die gesamte Altstadt mit ihren Plätzen und Gebäuden aus der Kolonialzeit.

Ein weiteres Highlight findet sich rund 50 Kilometer außerhalb Bogotàs. In dem kleinen Ort Zipaquira endet unsere Reise. Vorher gibt es noch eine katholische Salzkathedrale innerhalb eines Salzbergwerkes zu besichtigen. Sie zählt als das architektonisch und künstlerisch bedeutendste Bauwerk des Landes.“

Weitere Bilder dieser Reise gibt es in einem Lichtbildervortrag am Mittwoch, 21. Februar, ab 19 Uhr in den Räumen der „Velobox“, Bergstraße 8, in Walsrode. Anmeldungen und Infos bei der „Velobox“.

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Veröffentlicht am 11. Februar 2018



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